Wer wissen will, was Google Ads pro Monat kosten, bekommt von Google selbst eine einfache Antwort. Sie legen für jede Kampagne ein durchschnittliches Tagesbudget fest, und im Monat berechnet Google bei den meisten Kampagnen höchstens das 30,4-Fache davon (Google Ads-Hilfe).
Das ist allerdings nur der Betrag, der an Google geht. Für eine Arztpraxis ist er ein Teil der Rechnung, und in meinem Rechenbeispiel weiter unten macht er nicht einmal die Hälfte aus.
Was andere Praxen ausgeben
Viele Praxisinhaberinnen und Praxisinhaber fragen mich zuerst, was andere Praxen für Werbung ausgeben. Eine belastbare Zahl dazu habe ich nicht gefunden. Das Statistische Bundesamt weist in seiner Kostenstrukturstatistik für Arztpraxen keinen eigenen Posten für Werbung aus.
Das Zi-Praxis-Panel des Zentralinstituts für die kassenärztliche Versorgung erfasst Werbekosten im Sammelposten „Sonstige betriebliche Aufwendungen“, zusammen mit Berufsbekleidung und Porto. Einen Branchenwert, an dem Sie Ihr Budget ausrichten könnten, gibt es deshalb nicht. Das Budget muss aus der eigenen Rechnung kommen.
Vier Kostenblöcke
Eine Kampagne besteht aus vier Blöcken, und nur einer davon geht an Google.
Das Werbebudget ist der Betrag, den Google für Klicks auf die Anzeige abrechnet.
Die Landingpage ist die Seite, auf der Menschen nach dem Klick landen. Sie erklärt eine Leistung und führt zu einer Terminanfrage oder einem Anruf. Die Startseite einer Praxis ist dafür selten gebaut.
Das operative Geschäft ist die Arbeit im Team. Jemand muss Anfragen entgegennehmen, zurückrufen, Termine vergeben und festhalten, woraus ein Termin geworden ist.
Technik und Auswertung umfassen den Aufbau der Kampagne, die Messung, die wöchentliche Prüfung der Suchbegriffe und den Abgleich der Werbedaten mit dem, was in der Praxis tatsächlich angekommen ist.
Landingpage und Kampagnenaufbau entstehen einmal. Alles andere läuft jeden Monat weiter, solange die Kampagne läuft. Wer nur das Werbebudget plant, unterschätzt deshalb vor allem die laufenden Kosten.
Ein Rechenbeispiel aus meinem Report
Im Report Performance Marketing für Arztpraxen 2026 habe ich eine Kampagne für eine Selbstzahlerleistung durchgerechnet. Die folgenden Zahlen sind ein Rechenbeispiel mit Modellannahmen. Sie sind weder ein Messwert noch ein Branchendurchschnitt.
Die Praxis wirbt drei Monate lang für die Leistung. Rechnet man Landingpage, Kampagnenaufbau, Betreuung und den Aufwand im Team dazu, werden aus 3.000 Euro Werbebudget 7.300 Euro Gesamtkosten.
Das Werbekonto zeigt davon nur den ersten Block. Teilt man das Werbebudget durch die Zahl der gewonnenen Patientinnen und Patienten, ergeben sich im Beispiel 100 Euro je Person.
Teilt man die Gesamtkosten durch dieselbe Zahl, sind es rund 243 Euro. Mit dieser zweiten Zahl rechne ich weiter.
Der Vergleich mit dem Deckungsbeitrag
Diese Kosten je Person vergleiche ich mit dem Deckungsbeitrag. Das ist der Betrag, der von einer Behandlung nach Arztzeit, Personal, Material und Räumen übrig bleibt. Der Umsatz ist für diese Rechnung die falsche Größe.
Wer gegen den Umsatz rechnet, hält die Kampagne aus dem Report für knapp rentabel. Gegen den Deckungsbeitrag gerechnet macht dieselbe Kampagne im Beispiel 2.050 Euro Verlust.
Den Punkt, ab dem sich eine Kampagne trägt, nennt man Break-even. Er hängt an zwei Werten, die nur die Praxis kennt: am Umsatz je Behandlung und am Anteil, der davon als Deckungsbeitrag bleibt.
Rechnen Sie mit Ihren eigenen Zahlen. Der Rechner im Performance-Marketing-Check enthält genau diese Rechnung. Sie tragen Budget, Laufzeit, Umsatz und Deckungsbeitrag ein und sehen, welcher Wert stimmen muss, damit sich die Kampagne trägt. Der Rechner ist kostenlos und läuft in Ihrem Browser, Ihre Angaben verlassen ihn nicht.
Die Anfragebearbeitung als Kostenfaktor
Dieselbe Kampagne kann sehr unterschiedlich teuer sein, je nachdem, was nach der Anfrage passiert.
Bei guter Anfragebearbeitung liegen die Kosten je gewonnener Person im Rechenbeispiel bei 182,50 Euro, bei schlechter bei 365 Euro. Anzeigen und Werbebudget sind in beiden Fällen gleich, der Unterschied entsteht am Telefon und im Postfach der Praxis.
Gute Bearbeitung heißt: Eine feste Person im Team ist für die Anfragen aus der Kampagne zuständig und ruft am selben Tag zurück. Am Empfang wird notiert, ob aus einer Anfrage ein Termin geworden ist, sonst lässt sich die Rechnung später nicht prüfen.
Kostenposten zum Durchgehen
- Werbebudget je Monat, getrennt nach Kampagnen für Patientenleistungen und für Stellenanzeigen
- Einmalige Kosten für Landingpage, Texte und Bilder
- Aufbau der Kampagne und Einrichtung der Messung samt Einwilligungsbanner
- Laufende Betreuung: Suchbegriffe prüfen, Ausschlüsse pflegen, Budget anpassen
- Arbeitszeit im Team für Rückrufe, Terminvergabe und Dokumentation
- Zeit für die monatliche Auswertung mit den Zahlen aus der Praxis
- Deckungsbeitrag je Behandlung als Vergleichsgröße
- Laufzeit, nach der entschieden wird, ob die Kampagne weiterläuft
Vor der Rechnung
Ob sich Werbung für Ihre Praxis überhaupt lohnt, steht vor jeder Kostenrechnung. Dazu habe ich den Beitrag Lohnen sich Google-Anzeigen für eine Arztpraxis? geschrieben, die Rechnung selbst machen Sie im Performance-Marketing-Check.
Quellen
- Google Ads-Hilfe: Durchschnittliche Tagesbudgets, abgerufen am 26.09.2026
- Statistisches Bundesamt: Statistischer Bericht Kostenstrukturstatistik im medizinischen Bereich 2024, 23.07.2026
- Zentralinstitut für die kassenärztliche Versorgung: Zi-Praxis-Panel 2024, Finanzdaten, Ausfüllhinweise, abgerufen am 26.09.2026