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Werbung für Arztpraxen

Warum MFA-Bewerbungen am Handy abbrechen

Welche Hürden eine MFA-Bewerbung am Handy scheitern lassen und wie eine Praxis mit einem Formular aus fünf Feldern prüft, ob mehr passende Bewerbungen ankommen.

26. September 2026 4 Min. Lesezeit

Eine Praxis schaltet eine Stellenanzeige auf Instagram. Die Klicks kommen, sie sind günstig, und im Postfach liegt nach zwei Wochen trotzdem kaum eine Bewerbung. Die naheliegende Reaktion ist, die Anzeige auszutauschen. Ich schaue zuerst auf den Weg danach.

Ein niedriger Klickpreis zeigt, dass die Anzeige Interesse weckt. Verloren geht die Bewerbung zwischen dem Klick und dem Absenden. Wer eine Anzeige auf Instagram antippt, hält das Handy in der Hand, meist abends nach der Arbeit, und genau auf diesem Bildschirm muss die Bewerbung funktionieren.

Wo die Bewerbung am Handy hängen bleibt

Die erste Hürde ist der Lebenslauf. Viele Bewerbungsformulare verlangen ihn als PDF-Datei, bevor sie sich absenden lassen. Meine Vermutung ist, dass die meisten MFA keinen aktuellen Lebenslauf als Datei auf dem Handy haben. Gemessen habe ich das nicht, es ist eine Hypothese, und sie lässt sich in der eigenen Praxis prüfen. Wer an dieser Stelle abbricht, nimmt sich vor, es am Wochenende am Rechner nachzuholen. Ob das passiert, weiß niemand.

Die zweite Hürde ist die Zahl der Pflichtfelder. Anschreiben, Geburtsdatum, Zeugnisse, Foto: Jedes zusätzliche Feld ist ein Grund, das Formular zu schließen. Einige dieser Angaben sind obendrein heikel, weil sie Rückschlüsse auf das Alter oder die Herkunft zulassen, also auf Merkmale, wegen derer das Gleichbehandlungsgesetz keine Benachteiligung erlaubt. Welche Formulierungen schon in der Anzeige riskant sind, steht im Beitrag zur MFA-Stellenanzeige.

Wie ich die Änderung prüfen würde

Wenn ich Performance Marketing unterrichte, spiele ich genau diesen Fall mit der Gruppe durch, mit erfundenen Zahlen. Die Hypothese lautet, dass ein Formular mit fünf Pflichtfeldern häufiger abgeschickt wird als das bisherige mit zwölf. Beide Fassungen laufen im selben Zeitraum, und jede Person sieht nur eine davon.

Die Zielkennzahl ist die Abschlussquote des Formulars, also der Anteil derer, die es beginnen und auch absenden. Daneben steht eine Schutzkennzahl, die verhindert, dass der Test sich selbst belohnt: die Qualität der Bewerbungen. Kommen mit dem kurzen Formular doppelt so viele Bewerbungen, von denen kaum eine eine abgeschlossene Ausbildung mitbringt, hat die Praxis nichts gewonnen.

Ein Rechenbeispiel aus dem Unterricht: Steigt die Abschlussquote um die Hälfte, bringt dasselbe Werbebudget die Hälfte mehr Bewerbungen, ohne dass ein Euro mehr in Anzeigen fließt. Das rechnet sich, solange der Anteil passender Bewerbungen ungefähr gleich bleibt.

Eine höhere Zahl an Formularstarts beweist dagegen noch nichts. Wenn mehr Menschen das Formular öffnen, weil der Knopf größer geworden ist, sagt das nichts über die Bewerbungen, die am Ende ankommen.

Dazu gehört eine Einschränkung. Eine einzelne Praxis bekommt meist zu wenige Bewerbungen, um einen statistisch belastbaren Sieger zu ermitteln. Die Entscheidung für das kurze Formular halte ich trotzdem für vertretbar, weil sie sich jederzeit zurücknehmen lässt.

Vorlage: Kurzbewerbung mit fünf Feldern

  • Name, Vor- und Nachname in einem Feld.
  • Telefon oder E-Mail, eines von beiden genügt.
  • Ausbildung als MFA abgeschlossen, ja oder nein.
  • Frühester Beginn, als Monat.
  • Gewünschte Wochenstunden, als Zahl oder Spanne.
  • Lebenslauf optional, mit dem Hinweis, dass er auch später per E-Mail nachgereicht werden kann.
  • Unter dem Absendeknopf die Zusage, bis wann die Praxis sich meldet, und der Name der Person, die zurückruft.
  • Geburtsdatum, Foto und Anschreiben entfallen, weil die Praxis sie für den ersten Anruf nicht braucht und Artikel 5 DSGVO verlangt, Daten auf das für den Zweck notwendige Maß zu beschränken.
  • Am Formular ein Link zu den Datenschutzhinweisen für Bewerbungen, weil die Praxis nach Artikel 13 DSGVO beim Erheben der Daten unter anderem den Zweck und die Rechtsgrundlage mitteilen muss.
  • Eine feste Frist, nach der abgelehnte Bewerbungen gelöscht werden, weil Artikel 5 DSGVO die Speicherung nur so lange erlaubt, wie der Zweck es erfordert.

Was nach dem Absenden passiert

Das kürzeste Formular hilft wenig, wenn die Bewerbung danach drei Tage liegt. Eine MFA, die sich abends bewirbt, hat sich oft auch bei anderen Praxen beworben, und entschieden wird dort, wo zuerst jemand anruft. Ich rate deshalb, jede Bewerbung am selben Tag zu beantworten, mit einem kurzen Anruf und einem Terminvorschlag für das Gespräch. Den Gedanken habe ich im Beitrag über Pflegekräfte und Anzeigen ausgeführt.

Die Hinweise zum Datenschutz in der Vorlage ersetzen keine Rechtsberatung. Die Datenschutzhinweise der Praxis sollte jemand prüfen, der sich damit auskennt.

Wie die Anzeige aussieht, die zu diesem Formular führt, und welche Regeln Meta für Stellenanzeigen vorgibt, beschreibe ich im Beitrag MFA finden mit Anzeigen auf Instagram und Facebook.

Wenn Sie Anzeige und Bewerbungsweg nicht selbst aufsetzen möchten, finden Sie meinen Ablauf auf der Seite zum MFA-Recruiting.

Quellen