Zum Inhalt springen
webinvasiv Healthcare Communication

Werbung für Arztpraxen

MFA finden mit Anzeigen auf Instagram und Facebook

Wie eine Hausarztpraxis mit Anzeigen auf Instagram und Facebook Medizinische Fachangestellte findet und welche Regeln Meta für Stellenanzeigen vorgibt.

26. September 2026 5 Min. Lesezeit

Wenn mich eine Hausarztpraxis fragt, wofür sich bezahlte Werbung bei ihr lohnt, antworte ich mit dem Satz, den ich auch sage, wenn ich Performance Marketing unterrichte, also Werbung, die sich an einem messbaren Ergebnis ausrichtet: Für eine Hausarztpraxis mit Kassenpatienten ist die Mitarbeitergewinnung oft das lohnendere Ziel. In einer vollen Kassenpraxis fehlt meist jemand am Empfang und im Labor.

Offen bleibt dann, wo man eine Medizinische Fachangestellte erreicht und was eine Bewerbung kosten darf.

Wo eine MFA von einer freien Stelle erfährt

Eine MFA mit festem Vertrag sucht nicht aktiv. Sie schaut nicht in Jobbörsen, und eine Anzeige bei Google sieht sie nie, weil sie nichts eingibt. Wenn sie doch sucht, dann oft nach dem Gehalt, also danach, was eine MFA in ihrer Stadt verdient. Wer nach Gehalt sucht, überlegt zu wechseln. Für diese kleine Gruppe braucht die Praxis eine Seite auf der eigenen Website, die genau diese Frage beantwortet.

Den größeren Teil erreicht nur, wer im Feed auftaucht, also in dem Strom aus Beiträgen, den Menschen auf Instagram und Facebook durchsehen. Dort begegnet einer MFA etwas, wonach sie nicht gefragt hat. Warum das bei Pflegekräften genauso funktioniert, habe ich im Beitrag über Pflegekräfte und Anzeigen ausführlich beschrieben.

Allein ist die Praxis im Feed nicht. Laut einer Bitkom-Befragung vom August 2025 nutzen 62 Prozent der befragten Unternehmen ab 20 Beschäftigten soziale Medien, um potenzielle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter auf sich aufmerksam zu machen.

Was Meta bei Stellenanzeigen vorgibt

Seit dem 7. Dezember 2021 müssen Werbetreibende, die Menschen in Europa mit Stellenanzeigen erreichen wollen, dafür eine spezielle Anzeigenkategorie angeben. Deutschland steht ausdrücklich auf der Länderliste im Meta-Hilfebereich zu Jobangeboten. Wer die Kategorie Beschäftigung beim Anlegen der Kampagne nicht wählt, riskiert, dass die Anzeige abgelehnt wird.

Mit der Kategorie fällt ein großer Teil der Ausrichtung weg. Laut der Übersicht der Einschränkungen ist das Alter auf 18 bis 65+ festgelegt, die Anzeige läuft für alle Geschlechter, Postleitzahlen und das Ausschließen von Orten gibt es nicht, und manche Merkmale und Interessen fehlen. Zielgruppen, die Meta nach dem Vorbild bestehender Kontakte bildet, stehen ebenfalls nicht zur Verfügung.

Für die Praxis heißt das: Die Einstellungen im Werbekonto grenzen kaum noch ein, deshalb bekommt das Video mehr Gewicht bei der Frage, wer stehen bleibt und wer weiterwischt. Eine MFA aus dem Team, die ihren Montagmorgen am Empfang zeigt, spricht Menschen aus demselben Beruf an.

Für den Text gilt außerdem das Allgemeine Gleichbehandlungsgesetz. Nach § 11 AGG darf eine Stelle nicht benachteiligend ausgeschrieben werden, und das Bundesarbeitsgericht hat die Formulierung „junges dynamisches Team“ als unmittelbare Benachteiligung wegen des Alters eingeordnet. Der Stellenanzeigen-Generator setzt den Zusatz (m/w/d) fest und kommt ohne solche Formulierungen aus, die Einzelheiten stehen im Beitrag zur MFA-Stellenanzeige. Dieser Beitrag ersetzt keine Rechtsberatung.

Was die Anzeige und das Video zeigen sollten

  • Einen neutralen Titel mit dem Zusatz (m/w/d), der Stelle und dem Ort.
  • Eine Gehaltsspanne, gern mit dem Hinweis auf den Gehaltstarifvertrag für Medizinische Fachangestellte.
  • Die Arbeitszeiten so konkret wie möglich, auch ob Samstage oder Abende dazugehören.
  • Im Video eine Person aus dem Team, mit dem Handy gefilmt, die in einem Satz sagt, was in dieser Praxis anders läuft.
  • In den ersten Sekunden eine Situation, die jemand aus dem Beruf sofort wiedererkennt.
  • Untertitel, damit das Video auch ohne Ton verständlich ist.
  • Keine Angaben mit Bezug auf Alter, Geschlecht oder Herkunft, also kein „junges Team“ und keine Aufnahmen, die nahelegen, dass nur eine Altersgruppe gesucht wird.
  • Einen Knopf, der direkt zu einem kurzen Bewerbungsformular führt.
  • Eine Zusage, bis wann die Praxis antwortet, und den Namen der Person, die zurückruft.

Warum die Stellenanzeige eine eigene Kampagne braucht

Viele Praxen wollen zwei Dinge gleichzeitig: Termine für Selbstzahlerleistungen und eine neue MFA. Stecken beide Ziele in einer Kampagne, gewinnt aus meiner Sicht fast immer die Stellenanzeige. Auf Stellenanzeigen wird viel und günstig geklickt, auf einen Behandlungstermin selten. Das billigere Ziel verbraucht dann das Budget, das für das teurere gedacht war.

Bei Meta kommt ein technischer Grund hinzu. Die Sonderkategorie Beschäftigung wird für die ganze Kampagne festgelegt, mit allen Einschränkungen bei der Ausrichtung. Schon deshalb gehören Stellenanzeige und Patientenwerbung in getrennte Kampagnen mit getrennten Budgets.

Was eine Bewerbung kosten darf

Im Werbekonto stehen ein Preis je Klick und bestenfalls einer je Bewerbung. Beide Zahlen helfen beim Steuern der Kampagne. Für die Entscheidung, ob sie sich lohnt, zählt bei mir die qualifizierte Bewerbung: jemand mit abgeschlossener Ausbildung, der zu den Arbeitszeiten passt und zum Gespräch erscheint.

Ein Rechenbeispiel: Wenn nur jede vierte Bewerbung diese Kriterien erfüllt, kostet eine qualifizierte Bewerbung das Vierfache dessen, was das Werbekonto je Bewerbung ausweist. Diese Zahl stelle ich dem gegenüber, was die unbesetzte Stelle kostet, etwa an Überstunden im Team und an verkürzten Sprechzeiten. Was das für Ihre Praxis bedeutet, können Sie mit dem Rechner für die unbesetzte MFA-Stelle überschlagen.

Ob aus Klicks überhaupt Bewerbungen werden, entscheidet sich erst nach dem Klick auf dem Handy. Warum dort so viele abbrechen, beschreibe ich im Beitrag Warum MFA-Bewerbungen am Handy abbrechen.

Wenn Sie die Kampagne nicht selbst aufsetzen möchten, finden Sie meinen Ablauf auf der Seite zum MFA-Recruiting.

Quellen