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Wonach Menschen suchen, bevor sie eine Praxis anrufen

Wonach Patientinnen und Patienten bei Google suchen, was die Vorschläge über Beschwerde, Sprache und Sprechzeit zeigen und wie eine Leistungsseite dazu passt.

26. September 2026 4 Min. Lesezeit

In meinem Unterricht zum Performance Marketing hat eine Gruppe bei der Suche nach passenden Begriffen für eine orthopädische Praxis etwas bemerkt, das auf keiner Folie stand. Menschen suchen mit ihrer Beschwerde, etwa „Rückenschmerzen Arzt“ plus Stadt. Auf vielen Praxiswebsites stehen dagegen vor allem Fachrichtungen und Fachbegriffe.

Was die Google-Vorschläge zeigen

Ich habe die Beobachtung am 26. September 2026 an den Vorschlägen geprüft, die Google beim Tippen anzeigt. Das sind keine Suchvolumen. Google schreibt in seiner Hilfe zur automatischen Vervollständigung, dass die Vorschläge tatsächliche Suchanfragen widerspiegeln und unter anderem von Sprache, Ort und Trend abhängen. Wie oft jemand so sucht, sagen sie nicht. Ich habe ohne Anmeldung abgefragt, wer selbst tippt, sieht je nach Ort und Suchverlauf andere Vorschläge.

Zu „rückenschmerzen arzt“ schlägt Google unter anderem „in der nähe“, „krankschreiben“ und „spritze“ vor, dazu eine lange Reihe von Städten. Zu „knieschmerzen arzt“ erscheinen „welcher arzt“, „arzt oder orthopäde“ und „zu welchem arzt zuerst“. Die Vorschläge zeigen, dass viele erst herausfinden wollen, welche Fachrichtung sie überhaupt brauchen.

Ein zweiter Suchweg ist die Sprache. „hausarzt türkisch“, „hausarzt russisch“ und „hausarzt arabisch“ ergänzt Google jeweils um eine Reihe von Städten, dazu kommt „hausarzt russisch sprechend“. Zu „hausarzt samstag“ schlägt Google „hausarzt samstag geöffnet“ vor. Wer mehrere Sprachen im Team hat oder samstags Sprechstunde anbietet, hat also etwas, wonach Menschen suchen. Diese Angabe gehört auf die Website und in die Beschreibung des Google-Profils, dazu mehr im Beitrag zum Google-Profil einer Praxis.

Wie viele Seiten braucht eine Beschwerde?

Mehrere Formulierungen meinen oft dasselbe Bedürfnis. „Rückenschmerzen Arzt“ und „Arzt bei Rückenschmerzen“ gehören auf dieselbe Seite. Als Faustregel frage ich, ob zwei Formulierungen dieselbe Antwort brauchen. Bei Rückenschmerzen und Knieschmerzen ist das nicht so, deshalb bekommen sie getrennte Seiten.

Wer für jede Formulierung eine eigene Seite baut, bekommt Seiten, die fast gleich klingen. In der Google Search Console, dem kostenlosen Werkzeug, in dem Google zeigt, wie es eine Website sieht, landen solche Seiten oft beim Status „Gecrawlt, zurzeit nicht indexiert“. Google erklärt dazu im Bericht zur Seitenindexierung nur, dass die Seite gecrawlt, aber nicht indexiert wurde und später indexiert werden könnte. Meine Lesart: Das ist selten ein technischer Fehler. Google kennt die Seite und hält sie für nicht wichtig genug, und bei Praxiswebsites liegt das häufig daran, dass viele Leistungsseiten fast gleich klingen.

Umgekehrt braucht jede echte Leistung ihre eigene Adresse. Eine lange Sammelseite mit Sprungmarken, also Links, die nur an eine Stelle derselben Seite springen, bleibt für Google eine einzige Seite. Die Google Suche unterstützt URL-Fragmente laut Google Search Central im Allgemeinen nicht.

Wohin führt die Anzeige?

Bei Anzeigen kostet derselbe Fehler Geld. Eine Anzeige für „Rückenschmerzen Arzt“, die auf die Startseite führt, verpufft. Wer dort landet, muss die passende Seite erst selbst finden. Eine Anzeige, die eine Beschwerde nennt, führt deshalb auf die Seite zu dieser Beschwerde. Dort steht, was die Anzeige versprochen hat, und die Telefonnummer ist einen Fingertipp entfernt. Google bewertet bei Suchanzeigen auch die Nutzererfahrung mit der Zielseite (Google-Ads-Hilfe). Für Selbstzahlerleistungen habe ich das im Beitrag über Anzeigen für Selbstzahlerleistungen und IGeL ausgeführt.

Wie eine Leistungsseite aufgebaut sein sollte

  • Eine eigene Adresse je Beschwerde oder Leistung, zum Beispiel /rueckenschmerzen/.
  • Die Überschrift nennt die Beschwerde so, wie Patientinnen und Patienten sie aussprechen. Der Fachbegriff kann im Text folgen.
  • Die ersten Sätze sagen, wer behandelt, bei welchen Beschwerden und wie man einen Termin bekommt.
  • Telefonnummer und Terminbuchung stehen oben und lassen sich am Handy direkt antippen.
  • Der Ablauf des ersten Termins und was Patientinnen und Patienten mitbringen sollen.
  • Bei Selbstzahlerleistungen, was die Behandlung kostet oder wovon der Preis abhängt.
  • Sprachen im Team und besondere Sprechzeiten, etwa am Samstag, wenn es sie gibt.
  • Die Seite ist von der Startseite mit wenigen Klicks erreichbar und von verwandten Seiten verlinkt.
  • Es gibt keine zweite Seite, die fast dasselbe sagt.
  • Der Ton bleibt sachlich, ohne Heilversprechen und ohne wertende Beiwörter wie „beste“.

Wo fangen Sie an?

Wenn Ihre Praxis die Search Console eingerichtet hat, sehen Sie im Leistungsbericht, mit welchen Suchanfragen Ihre Website schon erscheint, auch mit solchen, zu denen es noch keine passende Seite gibt. Welche Fehler Praxiswebsites sonst unsichtbar machen, beschreibe ich in SEO für Ärzte. Wer die Seiten nicht selbst bauen möchte, findet mein Angebot unter Suchmaschinenoptimierung für Ärzte.

Quellen