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KI in der Arztpraxis

Was Googles KI-Übersichten für Praxiswerbung bedeuten

Google beantwortet viele Gesundheitsfragen selbst. Warum das bezahlte Werbung für Arztpraxen wichtiger macht und was eine Praxis jetzt prüfen sollte.

26. September 2026 5 Min. Lesezeit

Wer bei Google eine Gesundheitsfrage stellt, bekommt oft eine fertige Antwort, bevor der erste Link kommt. Google nennt diese Antworten auf Deutsch „Übersichten mit KI“, im Alltag heißen sie meist KI-Übersichten.

Wie verbreitet sie bei Gesundheitsthemen sind, hat der SEO-Softwareanbieter SE Ranking im Dezember 2025 gemessen: Bei über 82 Prozent von 50.807 deutschsprachigen Gesundheitsfragen erschien eine KI-Übersicht. Das ist eine Studie eines Anbieters, der Werkzeuge für Suchmaschinenoptimierung verkauft, und sie misst die Fragen, die das Unternehmen ausgewählt hat. Als Größenordnung halte ich sie trotzdem für brauchbar.

Wissensfragen und Entscheidungsfragen

So sehe ich das: Google beantwortet Wissensfragen. Was bedeutet ein erhöhter Blutdruckwert, was hilft bei Rückenschmerzen. Für solche Fragen muss niemand mehr eine Website öffnen, die Antwort steht oben auf der Seite.

Entscheidungsfragen bleiben beim Menschen. Welche Praxis nimmt neue Patientinnen und Patienten auf, wie weit ist sie entfernt, wann gibt es einen Termin, spricht die Ärztin Türkisch. Am Ende solcher Fragen steht eine Wahl für eine bestimmte Praxis, und diese Wahl trifft die Person selbst. Für eine Praxis sind das die Suchen, aus denen neue Patientinnen und Patienten werden. Wie oft bei solchen Suchen in Deutschland ebenfalls KI-Übersichten erscheinen, ist nach meinem Stand nicht belastbar gemessen.

Für die Kommunikation einer Praxis hat das eine klare Folge. Ratgebertexte, die Wissensfragen beantworten, verlieren als Weg zu neuen Patientinnen und Patienten an Gewicht. Das Pew Research Center hat 2025 in den USA gemessen, dass Menschen bei einer KI-Zusammenfassung ungefähr halb so oft auf ein normales Suchergebnis klicken. Für Deutschland kenne ich keine vergleichbare Messung.

In der Search Console, dem kostenlosen Google-Werkzeug für Websitebetreiber, kann sich das so zeigen, dass eine Ratgeberseite gleich oft angezeigt und seltener angeklickt wird. Das muss kein Verlust an Position sein. Die Seite wird weiter gefunden, nur liest ein Teil der Menschen die Antwort schon auf der Ergebnisseite.

Wo die Anzeige einer Praxis steht

Google zeigt Anzeigen laut eigener Hilfe über, unter oder innerhalb der KI-Übersichten. Innerhalb der Übersicht schließt Google sensible Bereiche ausdrücklich aus, darunter Gesundheit.

Daraus folgt meine These: Für Praxen wird bezahlte Werbung wichtiger. Aus Wissensfragen kommen weniger Klicks auf Websites, die Suche nach einer Praxis endet aber weiterhin mit einer Wahl auf der Ergebnisseite. Eine Anzeige für Fachrichtung und Ort kann an dieser Stelle erscheinen, oberhalb oder unterhalb der Übersicht.

Für den Anzeigentext folgt daraus, dass er die Entscheidungsfrage bedienen sollte. Eine Anzeige, die erklärt, was Bluthochdruck ist, steht neben einer Übersicht, die genau das schon erklärt hat. Hilfreicher sind Angaben, die nur die Praxis selbst machen kann: Sprechzeiten, gesprochene Sprachen, der Weg zum Termin und ob gerade neue Patientinnen und Patienten aufgenommen werden. Diese Angaben müssen stimmen und aktuell bleiben, sonst bezahlt die Praxis für Anrufe, die sie abweisen muss.

Ob sich eine Anzeige für die eigene Praxis rechnet, bleibt davon unberührt. Eine Praxis mit vollem Terminbuch und ohne Selbstzahlerleistung gewinnt durch Werbung wenig, egal wie Google seine Ergebnisseite aufbaut. In welcher Reihenfolge Google-Profil und Anzeige kommen sollten, beschreibe ich im Beitrag Google-Profil oder Google-Anzeige.

Was die Praxis jetzt prüfen sollte

  • Google-Unternehmensprofil: Stehen Sprechzeiten, Leistungen, Sprachen und der Weg zum Termin vollständig und aktuell drin?
  • Leistungsseiten: Gibt es je Leistung eine Seite, die Entscheidungsfragen beantwortet, also Ablauf, Termin, Anfahrt und bei Selbstzahlerleistungen die Kosten?
  • Search Console: Bei welchen Ratgeberseiten bleiben die Impressionen gleich, während die Klicks sinken?
  • Laufende Suchanzeigen: Fließt Geld in Wissensfragen wie „was tun bei“ oder „Symptome“? Solche Begriffe gehören auf die Ausschlussliste, damit die Anzeige bei ihnen nicht erscheint.
  • KI-Antworten: Taucht die Praxis auf, wenn man eine KI nach einer Praxis in der eigenen Stadt fragt? Einen ersten Eindruck gibt der GEO-Check.
  • Eigener Chatbot: Wer auf der Website selbst eine KI antworten lässt, steht für deren Antworten ein, wie der Beitrag Chatbot auf der Praxis-Website zeigt.
  • Praxisteam: Gibt es Textbausteine für Patientinnen und Patienten, die mit einer KI-Antwort in die Sprechstunde kommen? Vorlagen stehen im Beitrag KI-Diagnose mitgebracht.
  • Werbung in ChatGPT: vorerst nicht einplanen, die Gründe stehen im Beitrag ChatGPT Ads für Arztpraxen.

Was das für das Budget heißt

Ratgebertexte bleiben nützlich, etwa als Link nach dem Termin oder als Antwort auf Fragen, die im Sprechzimmer offen geblieben sind.

Das Geld, das eine Praxis für neue Sichtbarkeit ausgibt, gehört zuerst in das Google-Profil und in Seiten, die je eine Leistung erklären. Suchanzeigen für Fachrichtung und Ort kommen dazu, wenn die Rechnung für die beworbene Leistung aufgeht.

Ob sie für Ihre Praxis aufgeht, zeigt der Performance-Marketing-Check mit Ihren eigenen Zahlen.

Quellen