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Werbung für Arztpraxen

Performance Max für Arztpraxen

Google empfiehlt Performance Max oft von selbst. Wann die Kampagnenart für eine Arztpraxis passt, was sie aus der Hand nimmt und was Sie einstellen sollten.

29. September 2026 4 Min. Lesezeit

Wer in Google Ads eine Suchkampagne betreibt, findet unter den Empfehlungen häufig den Vorschlag, auf Performance Max umzusteigen. Für die meisten Praxen rate ich davon ab. Performance Max setze ich nur für Selbstzahlerleistungen ein und erst ab einem Werbebudget von 1.500 Euro im Monat. Darunter bleibe ich bei der Suchkampagne.

Was Performance Max ist

Mit Performance Max greift eine einzige Kampagne auf das gesamte Werbeinventar von Google zu: YouTube, Displaynetzwerk, Suchnetzwerk, Discover, Gmail und Maps. Die Praxis liefert Texte, Bilder und Videos und legt ein Conversion-Ziel fest, etwa Anfragen. Google entscheidet, wo und in welcher Zusammensetzung die Anzeige erscheint.

Für Anzeigen zu vielen Behandlungen schränkt Google die Arbeit mit eigenen Zielgruppen ein. Das gilt auch für Performance Max. Die Einzelheiten stehen im Beitrag Anzeigen für Selbstzahlerleistungen und IGeL.

Was die Praxis dabei aus der Hand gibt

  • Den Ort der Anzeige: Das Budget verteilt sich auf sechs Kanäle. Ob ein Euro in der Suche landet, wo jemand gerade eine Praxis sucht, oder auf YouTube, bestimmt das System.
  • Die Zielseite: Die Erweiterung der finalen URL ist bei Performance Max standardmäßig aktiviert. Google darf die angegebene Seite dann durch eine andere Seite derselben Website ersetzen, etwa durch die Karriereseite statt der Leistungsseite.
  • Die Suchbegriffe: Seit dem 7. August 2025 gibt es für Performance Max einen Suchbegriffbericht und Listen mit ausschließenden Keywords auf Kampagnenebene. Die Praxis sieht damit, worauf ihre Anzeige erschienen ist, allerdings erst im Nachhinein.
  • Den Anzeigentext: Google setzt die Anzeige aus den gelieferten Texten zusammen. Jede Zeile muss deshalb für sich allein sachlich und richtig sein.

Warum erst ab 1.500 Euro und nur für Selbstzahler

Performance Max steuert auf das Conversion-Ziel hin. Eine Praxis mit wenigen Anfragen im Monat gibt dem System wenig, woran es sich ausrichten kann, und ein kleines Budget verteilt sich zusätzlich auf sechs Kanäle. Google selbst nennt keine feste Untergrenze, sondern zeigt beim Einrichten individuelle Budgetempfehlungen an. Meine Grenze liegt bei 1.500 Euro im Monat.

Für Leistungen der Regelversorgung stellt sich die Frage meist gar nicht. In einer eingeführten Kassenpraxis ist dort keines der drei Tore offen, die ich im Beitrag Lohnen sich Google-Anzeigen für eine Arztpraxis? beschreibe. Bei Selbstzahlerleistungen bleibt nach Arztzeit, Personal, Material und Räumen dagegen oft genug übrig, um die Werbung zu tragen. Ob das für Ihre Praxis gilt, rechnet der Performance-Marketing-Check durch.

Was Sie einstellen sollten

Empfehlungen prüfen, nicht automatisch anwenden lassen. Google Ads kann Empfehlungen automatisch anwenden, ohne dass jemand jede Änderung bestätigt. Die Einstellung sitzt in der oberen Leiste des Kontos. Ich schalte sie aus und entscheide jede Empfehlung einzeln.

Unter 1.500 Euro bei der Suchkampagne bleiben. Suchbegriffe aus Anlass, Fach und Ort, passende Wortgruppe oder genau passend, dazu eine Ausschlussliste. Wie das aussieht, zeigen die Beiträge Privatsprechstunde bewerben und Wofür Arztpraxen bei Google Ads versehentlich bezahlen.

Bei Performance Max die Zielseiten festhalten. Wer die Kampagne für eine Selbstzahlerleistung nutzt, schaltet die Erweiterung der finalen URL in den Kampagneneinstellungen ab oder schließt Seiten wie Karriere, Impressum und Blog aus. Den Suchbegriffbericht sehe ich mir jede Woche an und trage unpassende Begriffe als ausschließende Keywords ein.

Wie ich Kampagnen für Praxen aufbaue, steht auf der Seite Anzeigen für Arztpraxen. Warum sich Privatversicherte in keinem Werbekonto direkt ansprechen lassen, erklärt der Beitrag Mehr Privatpatienten gewinnen mit Anzeigen.

Häufige Fragen

Was passiert, wenn Suchkampagne und Performance Max gleichzeitig laufen?

Stimmt eine Suchanfrage genau mit einem Keyword der Suchkampagne überein, auch in korrigierter Schreibweise, hat laut Google-Hilfe die Suchkampagne Vorrang. In allen anderen Fällen entscheidet der Anzeigenrang, welche der beiden Kampagnen erscheint. Wer beide nutzt, führt die wichtigsten Suchbegriffe der Praxis deshalb als Keywords in der Suchkampagne.

Erstellt Google ein Video, wenn die Praxis keins liefert?

Ja. Fehlt ein eigenes Video, erstellt Google mit KI eines aus den vorhandenen Bildern und Texten der Kampagne (Google-Hilfe). Wer das nicht will, lädt ein eigenes Video hoch oder entfernt in den Kampagneneinstellungen unter Asset-Optimierung beim Punkt Video das Häkchen. Ich empfehle das eigene Video aus den eigenen Räumen, denn für jede Aussage in der Werbung bleibt die Praxis verantwortlich, auch für ein Video, das Google zusammengesetzt hat.

Quellen